Willi Braun – FSG-Vorsitzender in der GPA-djp

BraunWilliKeine weiteren Privatisierungen!

Fast immer, wenn es um Budgetnöte geht, werden auch Rufe nach Privatisierungen laut – ein falscher Reflex, wie ich meine. Die unreflektierte Forderung nach der Privatisierung heimischer Wirtschaftsbetriebe ist abzulehnen!

Wirtschaft ist weder ein Selbstzweck noch ein Selbstbedienungsladen. Im Zentrum wirtschaftspolitischer Überlegungen müssen der Mensch und seine Bedürfnisse stehen, zu ihrer Erfüllung sind und bleiben florierende Wirtschaftsbetriebe notwendig. Die öffentliche Hand hat für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen. Liberalisierung und Konkurrenzdruck führen dazu, dass diese Bedingungen laufend und vor allem sinnvoll dem wechselnden Wirtschaftsumfeld angepasst werden müssen.

Außerdem: wo gibt es eine Erfolgsgeschichte der Privatisierung öffentlichen Eigentums? Internatinale Beispiele beweisen, dass sich die Privatisierungen im Energiebereich negativ auf die Versorgungssicherheit ausgewirkt haben und weder für KonsumentInnen noch für die Beschäftigten langfristigen Vorteile bringen.
Die negativen Effekte auf die Beschäftigung sind eindeutig belegt: Jobverluste für 20 bis 40% der Belegschaft in ehemaligen Monopolunternehmen als Folge der Liberalisierung sind in Europa die Regel. Diese Verluste werden weder quantitativ noch qualitativ durch die neu geschaffenen Jobs bei privaten Anbietern wettgemacht.

Eine Privatisierungsdebatte ist also unnötig und auch für die Sicherung des Wirtschaftsstandorts  nicht von Vorteil. Entscheidend für  die Zukunft sind neben der Schaffung von mehr Verteilungsgerechtigkeit vor allem Investitionen in zentrale Bereiche wie Bildung, Forschung, Gesundheit und Soziales!

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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