Wolfgang Katzian – Vorsitzender der FSG im ÖGB

katzian_2005_147_300dpi_originalVermögenssteuer bleibt auf unserer Agenda!

Vermögen sind in Österreich extrem ungleich verteilt. Das oberste Prozent der Bevölkerung verfügt über 33,7 Prozent des Gesamtvermögens, die obersten zwei bis zehn Prozent über weitere 34,5 Prozent. Somit verfügen zehn Prozent der ÖsterreicherInnen über mehr
als zwei Drittel der Geldvermögen, Immobilien und Beteiligungen. Demgegenüber steht beispielsweise ein Pflegesystem, das  gewissermaßen auf einen Kollaps zugesteuert wird – immer mehr Menschen, die auf Pflege oder Betreuung angewiesen sind bei gleichzeitig sinkenden Budgets. Die Konsequenz liegt auf der Hand: Die Belastung für in Pflege und Betreuung Tätige steigt, das Angebot für die Patientnnen und KlientInnen muss ausgebaut werden – es braucht Entlastung beispielsweise in Form einer Sozialmilliarde.

Die Forderung nach der Einführung einer Vermögenssteuer, mit der eine Sozialmilliarde zu finanzieren wäre, bleibt also auf unserer Agenda ganz oben! Eine Besteuerung von Vermögen ab 500.000 Euro ist kein bürokratisches Hindernis. Das Argument, dass die Administration so schwierig ist, geht ins Leere, wie die OECD-Länder Schweiz, Frankreich oder Norwegen beweisen, wo es die Vermögenssteuer seit Jahren gibt.

Eine Vermögenssteuer belastet auch nicht den Mittelstand, wie Gegner kritisieren. Menschen, die nach einem langen Arbeitsleben vielleicht ein Einfamilienhaus besitzen, dürfen von einer Vermögensbesteuerung natürlich nicht betroffen sein. Ganz im Gegenteil: Es geht darum, Arbeit zu entlasten und sicherzustellen, dass die wirklich großen Vermögensbesitzer, so wie jenes eine Prozent der österreichischen Bevölkerung, das mehr als ein Drittel des gesamten Vermögens besitzt, zur Kasse zu bitten. Die GPA-djp hat eines der ersten, ganz konkreten Modelle für eine Vermögensbesteuerung ausgearbeitet – weil es unser oberstes Ziel bleibt, für bessere Arbeitsbedingungen und für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen!

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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