Bericht FSG/GPA-djp von 2010 bis 2013

045_20130917_FSG_ForumDie Sozialdemokratie braucht klare Orientierung. Diese Orientierung kommt unter anderem auch aus der Gewerkschaftsbewegung: wir setzen uns ein für ein neues Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell mit den Eckpunkten eines gerechteren Steuersystems, der Reduktion der Einkommensunterschiede und mit stärkeren Akzenten in der Armutsbekämpfung.

Bericht zum Downloaden:
FSG-forum 2013_bericht_web»

»Reichtum verteilen«, unter diesem Motto stand auch das Bundesforum der FSG/GPA-djp, das am 3. November 2010 im Austria Center Vienna stattfand. Maßnahmen, um vor allem die Einkommen zu entlasten, standen im Mittelpunkt des Kongresses, die rund 350 Delegierten bekannten sich unter anderem klar zur Einführung einer Vermögenssteuer. Willi Braun und Dwora Stein wurden als Bundesvorsitzender und als Bundesfraktionssekretärin der FSG/GPA-djp bestätigt. Werner Drizhal wurde zum stv. Bundesfraktionssekretär der FSG/GPA-djp gewählt, er löste damit Andreas Kolm ab.

Die FSG/GPA-djp setzte ihre Bemühungen und Projekte fort, laufend über die Arbeitsschwerpunkte zu informieren: Im April 2011 fand die erste FSG-Tagung für die hauptamtlichen Beschäftigten der GPA-djp statt. Rund 80 Kolleginnen und Kollegen folgten der Einladung nach Salzburg, zwei Tage lang wurde in Workshops neben historischen Zusammenhängen zwischen Gewerkschaft und Sozialdemokratie auch ein Leitbild für die FSG-Beschäftigten erarbeitet. Abgerundet wurde das Programm durch einen Themen-Stadtspaziergang, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu den von der Stadt errichteten Stolpersteinen führte – um die Erinnerung an die Vertreibung und Vernichtung von Juden, von Roma und Sinti, von politisch Verfolgten, von Homosexuellen, von Zeugen Jehovas und von Euthanasieopfern im Nationalsozialismus lebendig zu erhalten, wurden Pflastersteine aus Messing mit den wichtigsten Daten vor der letzten selbst gewählten Wohnadresse der Betroffenen platziert.

Im Frühjahr 2012 fand die Beschäftigtentagung in Krems statt, 2013 wird sie in jedem Bundesland extra abgehalten, um sich optimal auf die politischen Herausforderungen Nationalratswahl und Arbeiterkammer-Wahlen 2014 vorbereiten zu können.
An der Auftaktveranstaltung in Wien nahmen am 13. Juni 2013 rund 100 Beschäftigte der GPA-djp-Zentrale und der Region Wien teil. Nach der Möglichkeit, sich in Kleingruppen bei Vorsitzenden und Mitgliedern von Ausschüssen der Arbeiterkammer über die Zusammenarbeit von AK und der GPA-djp zu informieren, stand eine Podiumsdiskussion auf dem Programm: Wolfgang Katzian, Dwora Stein, Karl Proyer, Barbara Teiber und Christoph Peschek informierten über die Gestaltungsmöglichkeiten der FSG in der Arbeiterkammer.

Großer Wert wird nach wie vor auf die Wochenendtagungen der FSG/GPA-djp gelegt. Zweimal jährlich treffen Betriebsrätinnen und Betriebsräte zusammen, um Informationen aus erster Hand über aktuelle Schwerpunkte und Forderungen zu bekommen. Die Themen der Jahre 2009 bis 2012 waren breit gestreut:
Im Juni 2009 berichteten der französische Gewerkschafter und Soziologe Christian Dufour und der deutsche Wirtschaftswissenschafter Dieter Plehwe über die »Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die europäischen Gewerkschaften«, Michael Pieber gab einen Überblick über die aktuelle Situation der Kollektivvertragspolitik.
Im November 2009 referierte Wolfgang Katzian über »Die Zukunft der Hacklerpension« und Karl Proyer gab einen Überblick über die Herbstlohnrunde.
Im März 2010 war ÖGB-Präsident Erich Foglar mit dem Referat »Die Kosten der Krise müssen fair geteilt werden«, zu Gast. Staatssekretär Andreas Schieder und David Mum, Leiter der Grundlagenabteilung der GPA-djp, erklärten die Sozialdemokratische Budget- und Finanzpolitik und AK-Experte Miron Passweg stellte gemeinsam mit Karl Proyer die »Zukunft der Wirtschafts- und Industriestruktur in Österreich« dar.
Im Juni 2010 stand der Schwerpunkt Integration und Migration auf dem Programm: Die Wiener Stadträtin für Integration, Frauenfragen und KonsumentInnenschutz, Sandra Frauenberger, informierte über Programme der Stadt Wien, Willi Mernyi, Leiter des Referats für Kampagnen, Projekte und Zielgruppen im ÖGB gab konkrete Anleitungen für den Umgang mit Rechtspopulisten und Demagogen. Wolfgang Katzian lieferte einen Ausblick auf das GPA-djp-Bundesforum, das im Herbst 2010 stattfand.
Im März 2011 lieferte Martin Schürz von der ÖNB interessante Zahlen über die »Vermögensverteilung in Österreich«, Josef Wöss von der AK referierte über Details der »Bedarfsorientierten Mindestsicherung«. Im
November 2011 berichtete Alois Stöger, Bundesminister für Gesundheit, über den aktuellen Stand der Spitals- und Gesundheitsreform, Martin Bolkovac aus der Grundlagenabteilung der GPA-djp erklärte Steuervorschläge, die zu dieser Zeit in Diskussion waren. Im Mai 2012 lautete der Schwerpunkt: Gleichstellung und Gleichbehandlung. Karl Proyer stellte die Aktivitäten der GPA-djp für mehr Einkommensgerechtigkeit vor, in Gruppenarbeiten erarbeiteten die BetriebsrätInnen konkrete Handlungsoptionen. Außerdem stand an diesem FSG-Wochenende unter dem Titel »Die Sektion 8, der Stachel im Fleisch der SPÖ?« eine Diskussion mit Niki Kowall und weiteren Mitgliedern der Sektion.
Im Dezember 2012 diskutierte Wolfgang Katzian mit den BetriebsrätInnen Zahlen und Fakten zur Vermögensverteilung, Stefan Kammerhofer, Kabinettschef des Bundesministers für Landesverteidigung erklärte im Vorfeld der Volksbefragung die Positionen der SPÖ zur Wehrpflicht.
»Lebensphasengerechtes Arbeiten unter dem Aspekt der gesundheitlichen, psychischen und sozialen Aus-wirkungen auf die Arbeitsplatzgestaltung im Betrieb« standen im Mittelpunkt beim FSG-Wochenende im April 2013: Nach Referaten von Renate Czeskleba, Expertin für betriebliche Gesundheitsförderung und Alternsgerechtes Arbeiten, und Isabel Koberwein von der Grundlagenabteilung in der GPA-djp stand der Austausch von konkreten Erfahrungen und Praxisbeispielen für die betriebliche Arbeit im Mittelpunkt. Wolfgang Katzian berichtete über den Ausgang der Landtagswahlen in Niederösterreich und Kärnten und die daraus resultierende Situation für die SPÖ vor den Nationalratswahlen.

Um Informationen aus der Europäischen Union und aus der europapolitischen Gewerkschaftsbewegung transparenter zu machen, wurde im Jahr 2011 das Projekt »Team Europa« ins Leben gerufen: die FSG/GPA-djp veranstaltete drei Reisen nach Brüssel, die jeweils 15 bis 20 interessierten Funktionärinnen und Funktionären die Möglichkeit bot, die EU-Politik hautnah zu erleben. Auf dem Programm standen Besuche im EU-Parlament, beim EGB und beim EWSA, die Vertreterinnen und Vertreter nahmen sich Zeit für den persönlichen
Erfahrungsaustauch mit den Besucherinnen und Besuchern aus Österreich. Das Team Europa wird sich in Vorbereitung der EU-Wahl im Jahr 2014 intensiv der Vermittlung gewerkschaftspolitischer Aspekte der Europapolitik an-nehmen.

Das erweiterte Präsidium der FSG/GPA-djp traf abseits der regelmäßigen Sitzungen im Juli 2011 sowie im September 2012 zu Klausurtagungen zusammen, um die Erfahrungen der FSG-Arbeit in der GPA-djp zu evaluieren und die Weichen für neue Projekte zu stellen. Am 1. und 2. Juli 2011 wurde deswegen eine Gruppe aus hauptamtlichen Beschäftigten und FunktionärInnen gebildet, um konkrete Ideen zur Ideenfindung und zur Profilschärfung zu erarbeiten. Die Ergebnisse dieser Diskussionen, wie die Neugestaltung der FSG-Wochenenden oder Änderungen auf der Homepage etc., wurden bei der Klausur am 21. September 2012 präsentiert. Schwerpunkt bei dieser Arbeitstagung des erweiterten Präsidiums waren außerdem die Gründung des Vereins »GewerkschafterInnen in der SPÖ« sowie die Auswirkungen des Bundesgesetzes zur Finanzierung politischer Parteien.

Der Bundesvorstand der FSG/GPA-djp tagte zweimal jährlich, um sich nach konstruktiven Diskussionen zu aktuellen politischen Schwerpunkten zu positionieren. Themen der Jahre 2009 bis 2012 waren unter anderem: die »Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt am Beispiel des Nationalen Aktionsplans« (Mai 2010, BM für Frauen Gabriele Heinisch-Hosek), »Braucht die Sozialdemokratie eine neue Budgetpolitik?« (November 2011, Referent Doz. Dr. Gerhard Steger) oder »Profi-Heer für Österreich. Sicherheit braucht Profis – keinen Zwangsdienst!« (November 2012; BM für Landesverteidigung Mag. Norbert Darabos).
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek war auch Hauptreferentin beim 1. »Get Together«, zu dem die Frauenvorsitzende der FSG in der GPA-djp, Ingrid Streibel-Zarfl am 4. Juni 2013 lud: »Die Gewerkschafterinnen sind verlässliche Wegbegleiterinnen. Wir haben gemeinsam einiges für die Frauen erreicht, aber wir haben noch viel vor«, bedankte sich die SPÖ-Frauenvorsitzende für die konstruktive Zusammenarbeit: »Einkommensberichte, verpflichtende Gehaltsangaben in Stelleninseraten und der Gehaltsrechner mit mittlerweile mehr als einer Million Zugriffen, dieser Dreier-Pakt ist ein europaweites Vorzeigemodell im Kampf für mehr Transparenz und gegen die Einkommensunterschiede, das wir weiter verbessern wollen.« Heinisch-Hosek avisierte auch Unterstützung für die Gewerkschaftsforderung nach noch mehr Transparenz bei den Einkommen.

Wertschätzung für die Arbeit der FSG in der GPA-djp stellen mehrere personelle Entscheidungen dar: Im Juni 2011 wurde Florian Hohenauer, mittlerweile auch Bundesvorsitzender der GPA-djp-Jugend zum Bundesvorsitzenden der FSG-Jugend gewählt. Seit November 2011 ist Rene Pfister Vorsitzender der FSG NÖ, im Mai 2012 wurde der gf. GPA-djp-Regionalgeschäftsführer Oberösterreich, Andreas Stangl, Vorsitzender der FSG in OÖ. Im März 2013 erfolgte in der FSG-Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien die Wahl von Vizepräsidentin Dwora Stein zur neuen Fraktionsvorsitzenden.Wolfgang Katzian wurde am 18. Juni 2013 bei der Bundeskonferenz der FSG im ÖGB von den Delegierten mit 97,2 Prozent in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt. »Ich freue mich über dieses Ergebnis – es ist der beste Beweis dafür, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist«, bedankte sich Katzian für das Vertrauen.

Zentrales Anliegen für die FSG in der GPA-djp bleibt es, mit Hilfe der durchgeführten Veranstaltungen und Kampagnen Mitglieder und FunktionärInnen über politische Inhalte, Forderungen, Anliegen und über Erreichtes zu informieren. Dass diese Arbeit bei den Betriebsrätinnen und Betriebsräten ankommt, das beweist neben vielen persönlichen Gesprächen auch unsere Mitgliederstatistik. So ist es in den vergangenen Jahren gelungen, die Zahl zu steigern: 2010 bekannten sich 4.305 der GPA-djp-Mitglieder in den Betriebsratskörperschaften zur FSG (2.830 Männer, 1.475 Frauen). Im März 2013 verbucht die FSG in der GPA-djp in den Betriebsratskörperschaften 4.422 Mitglieder (2.882 Männer, 1.540 Frauen). Das ist die beste Motivation.

Die Vorsitzenden und Frauenvorsitzenden in der GPA-djp:
Bund: Willi Braun, Ingrid Streibel-Zarfl
Wien: Franz Georg Brantner, Elisabeth Kubicek
Burgenland: Elfriede Pinter (beide Funktionen)
Steiermark: Klaus Zenz, Manuela Göstl
Oberösterreich: Felix Hinterwirth, Sandra Saminger
Niederösterreich: Manfred Biegler, Christine Asperger
Salzburg: Hans Peter Grandenti, Ingrid Huber-Ebner
Kärnten: Jochen Siutz, Silvia Igumnov
Tirol: Barbara Nerad (beide Funktionen)
Vorarlberg: Werner Posch (keine Frauenvorsitzende)
AnsprechpartnerInnen für die FSG in der GPA-djp sind Bundesfraktionssekretärin Dwora Stein und ihr Stellvertreter Werner Drizhal sowie in den Bundesländern (Ausnahme Vorarlberg) die RegionalgeschäftsführerInnen. In Vorarlberg ist Regionalsekretär Markus Fässler verantwortlich für die Angelegenheiten der FSG in der GPA-djp.

Dieser Beitrag wurde am von in Bundesforum, Gremienarbeit, Veranstaltungen veröffentlicht. Schlagworte: , , , , .

Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

2 + 1 =