Begrüßungsworte durch Simon Dubbins

Simon Dubbins,  Head ofthe International Affairs der Gewerkschaft UNITE in Großbritannien überbrachte den Delegierten Begrüßungsworte seiner Organisation.

Neues Anti-Gewerkschaftsgesetz in Großbritannien. Geht schon durchs Parlament und wird Anfang 2016 Gesetz werden; es wird u.a. bedeuten:

  • Mindestbeteiligung und Unterstützungsgrenzen bei Streikabstimmungen – 50 % Beteiligung in allen Abstimmungen und mindestens 40 % Stimmberechtigte müssen dafür stimmen in „wichtigen öffentlichen Diensten“ – einschließlich Feuerwehr, Gesundheit, Bildung, Transport, Verkehr, Luftfahrt, Schifffahrt, London & Bahnverkehr, Grenzschutz und Energieversorgung;
  • Gewerkschaften müssen den Arbeitgebern zwei Wochen Vorwarnung geben über alle geplanten Streikaktionen und müssen Arbeitgeber und Polizei über geplante Social Media Kampagnen informieren – Verstöße gegen Gesetze zur Aufstellung von Streikposten werden nicht mehr als zivile sondern als kriminelle Aktionen behandelt;
  • Leiharbeiter/innen dürfen zukünftig als Streikbrecher verwendet werden;
  • Gewerkschaften müssen einen Streikführer bekannt machen. Er/sie muss eine Armbinde tragen und einen Brief von der Gewerkschaft bei sich haben, er/sie muss auch eine Kopie an Arbeitgeber und Polizei abgeben;

Situation der Gewerkschaftsbewegung in UK

Gewerkschaften in Großbritannien organisieren 6.5 Millionen Mitglieder (24 %) – etwa die Hälfte vom Höhepunkt mit 13.2 Millionen in 1979. Der Mitgliederverlust ist zurückzuführen auf politische Offensiven der Konservativen Regierungen, die Großbritannien von 1979 – 1997 beherrscht haben. Während dieser Zeit hat die Regierung von Thatcher 8 neue Gesetze eingeführt, die alle zu einer dramatischen Einschränkung der Gewerkschaftsrechte führten.

Während der Labour Regierungen von Blair und Brown (1997 – 2010) hat sich die Situation verbessert mit mehr öffentlichen Ausgaben, wirtschaftlichem Wachstum, Übernahme der Europäischen Sozial Charta, etc. Aber die Regierungen gaben den Gewerkschaften nicht die Rechte zurück, die ihnen von den konservativen Regierungen genommen wurden.

Die Parlamentswahl 2010 hat zu einer Koalition von Konservativen und Liberalen geführt. Während dieser Periode gab es einige Verschlechterungen der Arbeitnehmerrechte vor dem Hintergrund einer brutalen Sparpolitik, was zu viel Armut und Unruhe geführt hat.

Bei der Parlamentswahl im Mai dieses Jahres und vor dem Hintergrund des steigenden Nationalismus und Angst vor Masseneinwanderung, haben die Konservativen einen überraschenden Wahlsieg errungen. Sie haben sofort angekündigt, ihre harte Sparpolitik fortzusetzen und neue Gesetze gegen die Gewerkschaften einzuführen.

Jetzt ist die Britische Gewerkschaftsbewegung mit einer heftigen neuen Offensive gegen sich konfrontiert. Weitere Privatisierungen und Sparprogramme produzieren Spaltungen und Spannungen in der Gesellschaft, aber das neue Anti-Gewerkschaftsgesetz ist besonders gefährlich.

Diese Unterlage wurde uns Simon Dubbins zur Verfügung gestellt: Situation UK Gewerkschaftsbewegung

 

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Über Werner Drizhal

Den Lehrberuf "Elektromechaniker für Starkstrom" in der AMAG-Ranshofen erlernt. Als Jugendvertrauensratsvorsitzenden zum ÖGB-Oberösterreich als Jugendsekretär gewechselt. Nach Absolvierung der Sozialakademie als ÖGB-Bezirkssekretär für Linz-Land gearbeitet. 1996 bis 1999 Mitglied eines OE-Teams der ÖGB-Zentrale, wo ich mich mit Organisationsentwicklung der ÖGB-Bezirkssekretariate und Mitwirkungsfragen von FunktionärInnen in der Gremienarbeit beschäftigte. 1999 in die ÖGB-Zentrale als Personalentwickler gewechselt. Hauptverantwortlich für die Einführung von MitarbeiterInnengesprächen im ÖGB. Umsetzung von professionellen Personalinstrumenten in der ÖGB-Zentrale. Ausbildung in systemischen Coaching und Erlebnispädagogik absolviert. 2007 Wechsel in die Bildungsabteilung der GPA-djp. Zur Zeit Leiter des Geschäftsbereichs Bildung - Gewerkschafts- und Personalentwicklung in der GPA-djp.

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